Joachim Mertes spannte Bogen von Afghanistan bis zur Welterbebrücke

SPD Rhein-Hunsrück, ASF und Ortsverein Simmern richteten Neujahrsempfang mit Rekordbeteiligung aus

Politik geht auch ohne Wahlkampf und lautes Getöse. Dies machten die Sozialdemokraten aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis bei ihrem Neujahrsempfang im Schloss in Simmern deutlich.
Und Landtagspräsident Joachim Mertes spannte als Festredner einen Bogen von der Weltpolitik bis zum Geschen zwischen „Hochmoselübergang und Welterbebrücke“.

Der Saal des Schlosses platzte aus allen Nähten; viele Gäste konnten die Reden und musikalischen Darbietungen nur aus dem Foyer verfolgen. Die Organisatoren der Veranstalter vom SPD-Kreisverband, der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) in der SPD und der Ortsverein Simmern, Michael Maurer, Alice Hawig und Michael Boos waren denn auch mehr als zufrieden: „So viele Gäste hatte die Rhein-Hunsrücker SPD noch nie bei einem Neujahrsempfang!“. Die ASF-Vorsitzende Alice Hawig begrüßte neben dem heimischen Abgeordneten Joachim Mertes unter anderen dessen Landtagskollegin Bettina Brück, den Kreisbeigeordneten Dietmar Tuldi, die Bürgermeister Walter Bersch (Boppard) und Manfred Faust (Simmern) sowie den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse, Klaus Wende.

Eine positive Bilanz zur Umsetzung des Konjunkturpakets II in Rheinland-Pfalz und im Rhein-Hunsrück-Kreis zog der SPD-Kreisvorsitzende Michael Maurer (Emmelshausen), der ausdrücklich Bund und Land für die finanziellen Hilfen dankte. Von 850 Millionen Euro, die landesweit flossen, kamen 18,9 Millionen Euro in den Rhein-Hunsrück-Kreis. Gefördert wurden damit 49 Projekte: vom Feuerwehrhaus in Argenthal bis hin zum Lehrschwimmbecken im Schulzentrum von Sohren- Büchenbeuren. Maurer blickte fürs neue Jahr vor allem auf die Bundesgartenschau in Koblenz, die auch in den Kreis ausstrahle. So seien heimische Firmen bei den Vorarbeiten beteiligt, und wegen der geringen Hotelkapazität in Koblenz werde auch das Beherbergungsgewerbe im Rhein-Hunsrück-Kreis von der BUGA profitieren.

Angesichts der aktuellen Hochwasserlage und des dramatischen Schiffsunglücks an der Loreley dankte der SPD-Kreisvorsitzende ausdrücklich den vielen Helfern von Feuerwehr, Polizei, DRK, THW und den anderen Rettungsdiensten für ihren engagierten Einsatz.

Weg vom „Schwarz-Weiß-Denken“ wünschte sich Landtagspräsident Joachim Mertes für das neue Jahr. Beispielhaft verwies er auf den Krieg in Afghanistan. „Es ist der falsche Weg, mit Waffengewalt unser demokratisches System durchzusetzen“, sagte er und forderte einen zeitlich überschaubaren Abzug der Bundeswehr vom Hindukusch. Dabei bezeichnete er die Amerikaner ausdrücklich als Partner und Freunde: „Allein schon, weil sie Deutschland von der Barbarei der Nazis befreit haben“. Er verband diesen außenpolitischen Appell unter dem Beifall der Gäste ausdrücklich mit dem klaren Bekenntnis zu Europa.

Für die zurückliegenden Jahre zog der SPD-Landtagsabgeordnete eine ausgesprochen positive Bilanz für die Region zwischen „Hochmoselübergang und Welterbebrücke“. Unter anderem verwies er auf die gute Entwicklung der heimischen Schullandschaft. „Heute könne wir neben Boppard, Simmern und Kastellaun auch in Kirchberg und Emmelshausen das Abitur machen.“

Mit dem vierspurigen Ausbau der B 50, der Wiederbelebung der Hunsrückbahn und dem Baubeginn der Hochmoselbrücke seien Visionen in Erfüllung gegangen. Zur Mittelrheinbrücke bezog er klar Stellung: „Was an jeder Kuhweide an der Mosel möglich ist, muss trotz Unesco-Status auch am Mittelrhein bei St. Goar zu realisieren sein“. Für Mertes sind Straßen geradezu lebensnotwendig: „Damit die Menschen weiter in unseren Dörfern leben und an ihre Arbeitsplätze gelangen können“.

Joachim Mertes verwies außerdem auf zwei Schwerpunkte, die es für die nahe Zukunft zu „beackern“ gelte. Die Nutzung regenerative Energien und heimischer Ressourcen und das Älterwerden in unseren Dörfern. Zu beiden Themen haben die Sozialdemokraten eine Veranstaltungsreihe aufgelegt, die den SPD_Spitzenkandidaten in alle Verbandsgemeinde des Kreis und in die Stadt Boppard
führt.

Der Simmerner SPD-Ortsvereinsvorsitzende Michael Boos dankte in seinem Schlusswort den vielen Gästen und überreichte dem Festredner einen Kalender mit alten Simmerner Ansichten.

Das Duo „KriPo“ mit Bernd Krick am Saxophon und Klaus Pohl am Flügel sorgten für einen stimmungsvollen musikalischen Rahmen des Empfangs der Sozialdemokraten, der bei einem Imbiss, Wein vom Mittelrhein und vielen Gesprächen seine Fortsetzung fand.

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